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Pilot-Konzept

Pilot-Konzept

Was wir herausfinden wollen, wie wir es erheben, und was der Pilot nicht beweisen kann.

Wie fest ist der Boden?Gut belegt Robuste Forschung.Ein Hinweis Ein Zusammenhang, kein Beweis.Begründete Annahme Noch nicht geprüft.
Stand: Juli 2026

Little Return ist ein Versuch, Meditierenden zu helfen, ihre Praxis nach einem Kurs im Alltag zu halten. Er besteht aus drei Massnahmen: einer Begleitung durch die Lehrperson über rund drei Monate, einem winzigen täglichen Anker, und einer App als optionalem Werkzeug. Der Ansatz ist nicht erprobt. Dieses Dokument beschreibt, wie wir ihn testen.


1 Was wir herausfinden wollen, und was nicht

Was dieser Pilot nicht leisten kann

Er kann nicht beweisen, dass der Ansatz wirkt. Ein Beweis bräuchte einen Vergleich, bei dem der Zufall entscheidet, wer die Methode bekommt und wer nicht. Das ist mit unseren Mitteln nicht machbar.

Uns fehlt sogar ein einfacher Vergleichswert, und der Grund dafür ist bemerkenswert: Niemand weiss, wie viele Kursteilnehmende nach drei Monaten noch praktizieren. Die Lehrperson sieht ihre Leute nach Kursende nicht mehr, es gibt keinen Kanal, über den sie es erfahren würde.

Die oft zitierte Zahl, wonach rund siebzig Prozent keine dauerhafte Praxis aufbauen, hilft uns dabei nicht weiter. Sie lässt sich auf eine repräsentative US-Befragung zurückführen, misst aber die Allgemeinbevölkerung, die überwiegend ohne Lehrperson einsteigt. Über Kursabsolventen sagt sie nichts. Sie ist eher eine Obergrenze als eine Prognose für unsere Zielgruppe.

Genau diese Blindheit ist Teil des Problems. Der Kurs endet, die Menschen gehen, und niemand erfährt je, was aus ihrer Praxis wurde. Die Nachtreffen unseres Ansatzes sind der erste Mechanismus, der das überhaupt sichtbar macht.

Unsere Zahlen sind deshalb Hinweise, keine Nachweise. Ein sauberer Wirksamkeitsnachweis wäre ein eigenes Vorhaben und ergibt erst Sinn, wenn wir wissen, dass der Ansatz überhaupt trägt.

Die vier Fragen

Erstens: Ist der Ablauf im Alltag machbar?

  • Halten die Lehrpersonen die drei Nachtreffen durch? Das ist zusätzlicher Aufwand nach Kursende, oft neben anderen Verpflichtungen.
  • Wird der tägliche Anker früh gesetzt, idealerweise schon in der ersten Kurswoche?
  • Kommen die Teilnehmenden zu den Treffen, oder bröckelt die Gruppe?
  • Ist der Aufwand für die Lehrperson so gering, wie wir annehmen?

Zweitens: Tragen die Annahmen, auf die wir bewusst gesetzt haben?

An mehreren Stellen haben wir uns gegen das Naheliegende entschieden. Ob das richtig war, wissen wir nicht.

  • Kein Punktesystem, keine Serien-Zähler. Andere Apps setzen darauf, wir verzichten, weil wir Druck vermeiden wollen. Trägt das, oder verlieren die Leute ohne diesen Anreiz das Interesse?
  • Der Anker als Untergrenze. Neunzig Sekunden statt der fünf bis zehn Minuten, die im Kurs empfohlen werden. Verstehen die Leute das als Versicherung, oder als Erlaubnis, weniger zu üben?
  • Der Morgen als Voreinstellung. Die App schlägt einen Morgen-Anker vor, änderbar. Wie viele bleiben dabei? Wer ändert, und warum?
  • Der Anker soll wachsen. Kommen weitere Anker dazu? Wird der bestehende länger? Oder bleibt es beim Minimum?
  • Das Motiv (das „Warum"). Es gibt kein Warum-Feld in der App. Der KI-Begleiter lädt an Wendepunkten dazu ein, sich zu erinnern, statt danach zu fragen. Kommt das an, oder verpufft es?

Drittens: Taugt der KI-Begleiter?

Er ist die Komponente, bei der wir am wenigsten wissen, ob sie überhaupt etwas kann.

  • Hilft er tatsächlich? Wenn jemand mit „mache ich das richtig" oder „das fühlt sich seltsam an" kommt: Löst die Antwort die Unsicherheit auf, oder weicht sie aus?
  • Wird er in echten Zweifelsmomenten genutzt, oder nur einmal aus Neugier ausprobiert?
  • Trifft er den Ton? Zu vertraulich, zu belehrend, zu belanglos?
  • Sagt er etwas Falsches? Erfundene Aussagen, unpassende Ratschläge, Übergriffigkeit bei belastenden Themen.
  • Wird die wöchentliche Reflexion angenommen? Lassen sich die Leute darauf ein, empfinden sie sie als hilfreich, und tut sie, wofür sie gedacht ist: das eigene Tun sichtbar machen und zur eigenen Praxis und zu Menschen zurückführen?
  • Ersetzt er Menschen, statt zu ihnen hinzuführen? Ein Warnsignal, auf das wir achten.

Viertens: Wie viele bleiben dran, und wie viele nicht?

Der Pilot liefert eine konkrete Zahl: Wie viele unserer Teilnehmenden praktizieren nach drei Monaten noch regelmässig, wie verläuft das über die Zeit, und wie viele steigen ganz aus?

Der zweite Teil ist so wichtig wie der erste. Wer nie einen Anker setzt, wer nach zwei Wochen aufhört, wer nicht mehr zu den Treffen kommt: Das sind die Menschen, um die es eigentlich geht. Wir erfassen Abbrüche ausdrücklich und fragen, woran es lag.

Bisher gibt es diese Zahlen für unser Umfeld überhaupt nicht. Sie sind der Ausgangswert für alles Weitere, auch um eine spätere richtige Studie planen zu können. Was sie nicht sagen: dass der Ansatz die Ursache ist. Dafür fehlt der Vergleich.

Was wir ausdrücklich nicht versuchen

Keine kleinen Vergleichsexperimente. Es wäre verlockend, im Piloten etwa einen selbst gewählten Anker gegen einen vorgegebenen Morgen-Anker zu testen. Mit rund fünfzig Teilnehmenden wäre so ein Vergleich aber viel zu klein, um einen Unterschied zuverlässig zu zeigen. Was dabei herauskäme, wäre eine Zahl, die belastbar aussieht und keine ist.

Wir beobachten stattdessen beschreibend: Welche Anker werden gewählt, welche gehalten, und wo passt der Morgen nicht? Das ist Produktprüfung, keine Wirksamkeitsstudie, und es soll auch nicht als solche gelesen werden.


2 Der Ablauf in drei Stufen

Stufe 0: Fachliche Vorprüfung

Zweck: Fehler finden, die ein Testlauf nur teuer oder gar nicht findet. Ein Fachgespräch dauert zwanzig Minuten, ein Testlauf mehrere Monate.

Umfang: Zwei bis drei Gespräche mit erfahrenen Lehrpersonen. Grundlage sind das Merkblatt, ein Prototyp der App und eine Testumgebung, in der sie den KI-Begleiter selbst ausprobieren können. Zeitrahmen: ein bis zwei Wochen.

Frage 1: Lässt sich das in deinen Kursrahmen einbauen? Die meisten Lehrpersonen haben bisher keine Nachtreffen gemacht, danach zu fragen bringt also wenig. Beurteilen können sie aber ihre eigene Lage: Kannst du die drei Treffen als festen Teil deines Kurses ankündigen, statt als freiwilliges Angebot danach? Was spricht dagegen? Was würden deine Teilnehmenden dazu sagen? Wenn es nicht geht: Dann steht die wichtigste unserer Massnahmen auf wackligem Boden, und wir müssen die Treffen anders aufhängen, etwa kürzer, online, oder angedockt an bestehende Strukturen.

Frage 2: Widerspricht etwas der Tradition? Nicht „gefällt dir das", sondern: Siehst du hier etwas, das der Lehre widerspricht oder ihr nicht gerecht wird? Der Anker mit seinen neunzig Sekunden ist dabei der heikelste Punkt, weil er neben einem Curriculum steht, das fünf bis zehn Minuten empfiehlt. Wenn ja: Sprache, Rahmung oder einzelne Funktionen anpassen, bevor es jemand zu sehen bekommt.

Frage 3: Klingt der KI-Begleiter richtig? Nicht „was hältst du von künstlicher Intelligenz", sondern: Die Lehrpersonen führen selbst Testgespräche und beurteilen die Antworten. Würdest du das einem deiner Kursteilnehmenden so sagen? Wo ist er zu vertraulich? Wo redet er Unsinn? Und besonders: Wie reagiert er, wenn jemand von Belastung oder Überforderung schreibt? Wenn er falsch klingt: Nachschärfen. Ein Begleiter, der subtil daneben liegt, beschädigt das Vertrauen bei genau der Gruppe, die den Ansatz tragen soll.

Ein Gespräch auf Ebene der Tradition kommt später. Es wäre die stärkste denkbare Rückendeckung, ist aber eine einmalige Gelegenheit und mehr wert, wenn wir etwas Erprobtes vorlegen können. Ein Nein oder eine ausbleibende Antwort darf den Piloten nicht aufhalten.

Stufe 1: Der Testlauf

Zweck: Offensichtliche Stolpersteine finden und beseitigen. Hier suchen wir Fehler, noch keine Erkenntnisse.

Umfang: Eine Gruppe, rund zehn Teilnehmende, eine Lehrperson.

Dauer: Kurs plus die drei Nachtreffen, also rund vier Monate. Die kritischen Erkenntnisse fallen in den ersten sechs bis acht Wochen an: Anmeldung, Setzen des Ankers, erstes Treffen, erste Aussetzer. Ein Zwischenentscheid nach dem ersten Nachtreffen ist möglich.

Worauf wir achten:

  • Funktioniert die Anmeldung? Kommt der Zugangslink in der Mailbox an oder im Spam-Ordner? Das ist die erste Hürde, und wer sie nicht nimmt, meldet sich nie.
  • Funktioniert der Rest der Technik? Erinnerungen, Nutzung ohne Internetverbindung.
  • Verstehen die Teilnehmenden den Anker ohne zusätzliche Erklärung? Und verstehen sie ihn als Untergrenze und nicht als Pensum?
  • Wo hakt es für die Lehrperson? Gruppe einrichten, Zugang teilen, Treffen vorbereiten.
  • Ist das Merkblatt in der Praxis brauchbar?
  • Funktioniert das Erhebungswerkzeug, und antworten die Leute überhaupt?

Hier darf und soll während des Laufs nachgebessert werden. Das ist der Sinn dieser Stufe.

Übergang zur nächsten Stufe: Wenn die offensichtlichen Probleme behoben sind, die App stabil läuft und der Begleiter in Testgesprächen verlässlich klingt.

Stufe 2: Der Pilot

Zweck: Beobachten, was trägt. Jetzt suchen wir die Antworten auf die vier Fragen.

Umfang: Mindestens fünf Gruppen mit je etwa zehn Teilnehmenden. Da die Erhebung über das Dashboard läuft, ist der Aufwand pro zusätzlicher Gruppe gering: überzeugen, Zugang geben, fertig. Mehr Gruppen sind ausdrücklich erwünscht, denn bei fünfzig Teilnehmenden sind die Zahlen noch grobe Anhaltspunkte.

Dauer: Kurs plus rund drei Monate Begleitung, also etwa vier bis fünf Monate pro Gruppe.

Bedingung für teilnehmende Gruppen: Die drei Nachtreffen gehören zum Kurs. Sie werden nicht als freiwilliges Angebot danach deklariert, sondern von Anfang an als Teil des Kurses angekündigt. Wer sich anmeldet, meldet sich für den ganzen Bogen an. Ein optionales Treffen ist eine Einladung, die man ausschlägt; ein Treffen, das zum Kurs gehört, ist eine Verabredung. Da unsere wichtigste Massnahme auf Verbindlichkeit beruht, wäre es widersinnig, ausgerechnet sie zur Kür zu erklären.

Jetzt möglichst nichts mehr ändern, sonst lassen sich die Gruppen nicht mehr vergleichen.


3 Was wir erheben

Aus der Nutzung der App

Diese Daten fallen ohnehin an:

  • Wurde ein Anker gesetzt, und wann? (Oder nie?)
  • Wurde der vorgeschlagene Morgen-Anker behalten oder geändert? Wohin?
  • An wie vielen Tagen pro Woche wurde praktiziert, und wie entwickelt sich das?
  • Kamen weitere Anker dazu? Wurde die Dauer erhöht?
  • Wurde der KI-Begleiter genutzt, wie oft und wie lange?
  • Wurde die wöchentliche Reflexion geöffnet und beantwortet?

Befragungen per E-Mail

Im täglichen Gebrauch der App gibt es keine Fragebögen. Die App verzichtet bewusst auf Bewertungen, Skalen und Stimmungsabfragen. Bauten wir sie dort ein, brächten wir genau die Bewertungslogik zurück, die wir vermeiden wollen.

Die Erhebung läuft deshalb per E-Mail, mit einem Link auf ein kurzes Formular. Das erreicht auch Teilnehmende, die die App nicht nutzen, und genau die interessieren uns besonders.

  • Zu Beginn: bisherige Meditationserfahrung, bisherige Regelmässigkeit, Anbindung an eine Praxisgruppe.
  • Nach drei Monaten: aktuelle Regelmässigkeit, ob eine feste Gewohnheit entstanden ist, offene Fragen zum Begleiter und zum Motiv. Wer die App nicht genutzt oder aufgehört hat, wird nach dem Grund gefragt.

Gespräche

Für alles, was sich nicht mit einem Formular beantworten lässt:

  • Mit den Lehrpersonen, nach dem ersten und nach dem dritten Nachtreffen. Was hakt, was trägt, wer ist verschwunden und warum?
  • Mit einzelnen Teilnehmenden, freiwillig, nach drei Monaten. Wie fühlt sich der Begleiter an? Kam die Einladung zum Motiv an? Half seine Antwort, wenn eine Frage da war?

Der Chat bleibt privat

Der Chat gehört dem Teilnehmenden. Wir lesen keine echten Dialoge mit. Was wir über den Begleiter wissen wollen, erfahren wir anders:

  • Testgespräche, die wir selbst führen und erfahrene Lehrpersonen beurteilen lassen.
  • Nutzung ohne Inhalt: wie oft, wie lange, kommt jemand wieder.
  • Die Menschen selbst fragen. Das ist ohnehin aussagekräftiger als unsere Einschätzung eines fremden Gesprächs.

Einzige Ausnahme: Die App erkennt automatisch Anzeichen von Belastung und reagiert mit einem Hinweis auf menschliche Hilfe. Dass dieser Mechanismus ausgelöst wurde, zählen wir. Was geschrieben wurde, lesen wir nicht.

Die Lehrpersonen als Mitforschende

Die Lehrpersonen sind Teil der Erhebung, nicht nur Anwenderinnen. Sie wissen, dass sie an einem Piloten teilnehmen, sie verstehen, wozu die Fragen dienen, und sie bekommen die Ergebnisse ihrer eigenen Gruppe. Wer den Sinn einer Frage kennt und die Antwort selbst braucht, erinnert auch daran, sie zu beantworten.

Das Lehrpersonen-Dashboard bekommt dafür ein Erhebungswerkzeug: Erhebungen auslösen, automatischer Versand, Rücklaufquote und Ergebnisse einsehen, eigene Fragen beantworten.

Die entscheidende Grenze: Die Lehrperson sieht Summen, keine Personen. Also „acht von zwölf haben geantwortet", aber nicht, wer.

Der Grund: Wer aufgehört hat zu praktizieren, ist genau die Person, deren Antwort wir am dringendsten brauchen, und zugleich diejenige, der es am unangenehmsten ist. Wüsste sie, dass ihre Lehrperson sieht, ob sie geantwortet hat, würde sie schweigen oder beschönigen. Die Lehrperson kann in die Runde erinnern, nicht bei Einzelnen nachhaken. Das wirkt genauso und schützt die Ehrlichkeit der Antworten.

Warum das Werkzeug von Anfang an gebaut wird: Der Engpass dieses Piloten ist nicht die Software, sondern unsere Zeit. Manuell verschickte und ausgewertete Fragebögen sind nicht leistbar. Und nur mit dem Werkzeug kann der Pilot wachsen, denn dann kostet jede zusätzliche Gruppe fast nichts. Die Fragen selbst sind Inhalt und jederzeit änderbar.

Wenn die App nicht genutzt wird

Zwei Fälle werden vorkommen, und sie sind aufschlussreich statt störend:

Eine Lehrperson führt den Ansatz ohne App. Das prüft unsere zentrale Behauptung, dass er auch ohne App trägt. Mindestens eine solche Gruppe sollte bewusst dabei sein.

Einzelne Teilnehmende nutzen die App nicht, obwohl sie eingeführt wurde. Das zeigt, was die App beiträgt, innerhalb derselben Gruppe, mit derselben Begleitung.

Bei der Auswertung wichtig: Beide Vergleiche sind verzerrt. Wer die App nicht nutzt, hat sich dagegen entschieden, und das sind vermutlich andere Menschen. Ein Unterschied kann an der App liegen oder an dieser Vorauswahl. Dazu kommt: Von App-Nutzenden wissen wir mehr, weil wir ihre Nutzung sehen.

Die eigentlich interessante Frage ist deshalb nicht, ob Nichtnutzende schlechter dranbleiben, sondern: Warum nutzen sie die App nicht?


4 Sicherheit

Meditation kann Schwieriges auslösen, besonders bei Menschen, die neu sind oder Belastendes mit sich tragen. Die App hat dafür ein Sicherheitsnetz: Sie erkennt Anzeichen von Belastung, gibt dann keine Praxisratschläge mehr, sondern empfiehlt eine Pause und verweist an die Lehrperson oder an professionelle Hilfe.

Im Piloten prüfen wir, ob das greift:

  • Wie oft wurde das Sicherheitsnetz ausgelöst? Wir zählen die Fälle, ohne die Inhalte zu lesen.
  • Hat es richtig reagiert? Das prüfen wir in Testgesprächen, vor dem Start und laufend.
  • Hat es Fälle übersehen? Danach fragen wir die Lehrpersonen. Sie sind die Ersten, die es merken, wenn jemandem etwas zu schaffen macht.

Das Vorfalls-Register

Jede Meldung über eine belastende Erfahrung wird festgehalten, ob sie durch die Praxis oder durch den Begleiter ausgelöst wurde. Dafür gibt es einen festen Ort, und die Lehrpersonen wissen vor dem Start, wohin sie melden. Ohne Adresse ist die Zusage wertlos.

Festgehalten wird: was passiert ist, wann, in welcher Phase, ob der Begleiter beteiligt war, und was danach geschah. Keine Namen.

Die Lehrpersonen sind darauf vorbereitet. Sie wissen vor dem Start, dass sie Ansprechpartnerinnen sind, wenn jemand in Schwierigkeiten gerät, und dass die App das nicht übernimmt.

Abbruchgrund: Wenn sich zeigt, dass Menschen durch den Begleiter zu Schaden kommen, wird er abgeschaltet, unabhängig davon, wie gut alles andere läuft.


5 Einwilligung und Datenschutz

Die Teilnehmenden wissen, dass sie an einem Piloten teilnehmen. Vor dem Start erfahren sie in einfacher Sprache:

  • was der Pilot untersucht,
  • welche Daten erhoben werden (Nutzung der App, Antworten in den Befragungen) und welche nicht (der Inhalt ihrer Gespräche mit dem Begleiter),
  • dass die Teilnahme an den Befragungen freiwillig ist und ein Nein keine Folgen hat,
  • dass die Auswertung in Summen erfolgt und ihre Lehrperson keine personenbezogenen Antworten sieht,
  • dass sie jederzeit aussteigen und ihre Daten löschen lassen können.

Hosting in der Schweiz. Die Aufrufe an die KI laufen pseudonymisiert, und die Daten werden nicht zum Training von Modellen verwendet.

Der KI-Begleiter gibt sich nie als Mensch aus und ersetzt keine Therapie. Das steht in der App und wird einmal aktiv bestätigt.


6 Was Erfolg bedeutet

Vorprüfung: Wir kennen die blinden Flecken, die erfahrene Lehrpersonen sehen und wir nicht, und haben sie korrigiert.

Testlauf: Die offensichtlichen Stolpersteine sind behoben. Im Erstkontakt geht nichts mehr schief, was vermeidbar gewesen wäre.

Pilot: Wir können die vier Fragen beantworten. Ein guter Ausgang sähe so aus:

  • Die Lehrpersonen halten die Treffen durch und empfinden den Aufwand als tragbar.
  • Wir wissen, wie viele nach drei Monaten noch praktizieren, wie viele ausgestiegen sind und woran es lag.
  • Bei einigen ist die Praxis gewachsen, durch weitere Anker oder längere Dauer.
  • Der Begleiter wird in echten Zweifelsmomenten genutzt, hilft weiter und trifft den Ton.
  • Die wöchentliche Reflexion wird angenommen und als hilfreich empfunden, nicht als Pflichtübung.
  • Niemand ist zu Schaden gekommen.

Was uns zum Umdenken zwingt:

  • Wenn Teilnehmende den Begleiter als Ersatz für menschlichen Kontakt beschreiben.
  • Wenn die Lehrpersonen die Treffen nicht durchhalten. Dann trägt die wichtigste Massnahme nicht, und die App allein hilft nicht.
  • Wenn der Anker als Erlaubnis verstanden wird, weniger zu üben, statt als Versicherung, überhaupt zu üben.
  • Wenn jemand durch die Praxis oder den Begleiter Schaden nimmt.

7 Was gebaut werden muss

Im Lehrpersonen-Dashboard:

  • Ein Erhebungswerkzeug: Erhebungen auslösen, automatischer Versand per E-Mail, Rücklaufquote und Ergebnisse der eigenen Gruppe in Zusammenfassung, eigene Fragen beantworten.
  • Ausschliesslich aggregierte Sicht, keine personenbezogenen Antworten.
  • Die Fragen sind Inhalt und jederzeit änderbar, nicht fest verdrahtet.

Für die Auswertung:

  • Aufbereitung der ohnehin vorhandenen Nutzungsdaten, inklusive Abbrüchen (kein Anker gesetzt, Praxis eingestellt).
  • Zählung der ausgelösten Sicherheitshinweise, ohne Inhalte.
  • Ein Export über alle Gruppen hinweg.

Vor dem Start, ohne Software:

  • Das Vorfalls-Register, und die Lehrpersonen kennen den Meldeweg.
  • Die festen Sicherheitstexte, fachlich gegengelesen und freigegeben, bevor sie ein Teilnehmer sehen kann.

Bewusst nicht in der App der Übenden: keine Fragebögen, keine Skalen, keine Stimmungsabfragen, keine Fortschrittsanzeigen. Die Erhebung läuft per E-Mail und bleibt vom täglichen Gebrauch getrennt. Sie erhebt Daten für uns, nicht für die Teilnehmenden.


Fragen oder Kritik? marco@littlereturn.com